Strandsoundtrack Vol. 4 - Punk-Invasion ausgewählt von JustSylt
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Strandsoundtrack Vol. 4 – Punk-Invasion

Manchmal sind es die kleinen Dinge, die große Veränderungen mit sich bringen. Seit Anfang Juni sorgt ein unscheinbarer Fetzen Papier dafür, dass das Land zwischen Alpen und Nordseeküste so billig wie nie bereist werden kann. Das kommt super an: Die ganze Republik scheint das 9-Euro-Ticket (Achtung: Wortspiel!) in vollen Zügen zu genießen! Die kunterbunte Flut der Reisenden bespült derzeit auch den Sylter Strand mit ganz unerwarteten Kurz-Urlaubern: Punks besuchen die Königin der Nordsee. Als perfekte Gastgeber bieten wir natürlich auch für diese speziellen Musikfreunde den passenden Strand-Soundtrack zum Wieder- und Neu-Entdecken an – oder ist die Fangemeinde doch größer? Wer weiß: vielleicht steckt ja auch in der ein oder anderen alteingesessenen Gucci-Badehose ein verkappter Edel-Punk…?

10. Blink-182 – All the small Things

Eine Karriere wie aus einem anarchistischen Märchen-Buch: Als sich die drei Blink-182-Gründungsmitglieder 1992 in einer kleinen Garage in San Diego zur ersten Bandprobe trafen, wollten sie eigentlich nur gepflegt abrocken. Niemand konnte zu diesem Zeitpunkt auch nur ansatzweise ahnen, dass sie sieben Jahre später eine fünffach Platin-Auszeichnung abräumen würden. Ihr drittes Album Enema of the State verkaufte sich weltweit mehr als 15 Millionen Mal. Die Skate-Punker sind allerdings auf dem Boden geblieben – mit allem, was zu einer amtlichen Punk-Band gehört: Trennungen, Abgänge, Bandauflösung und Reunion. Wir freuen uns auf mehr!

9. Sex Pistols – Anarchy in the UK

Eine legendäre Punk-Band, die ausflippt, wenn man sie als “Punk” bezeichnet? Das ist Punk in Reinkultur – das sind die Sex Pistols! Ab 1975 gaben sich in der Band-Historie provokante Songs, chaotische Konzerte, Alkohol-Abstürze, schockierende öffentliche Auftritte und Bandauflösungen in regelmäßigen Abständen die Klinke in die Hand. Zu den bekanntesten Band-Mitgliedern und -Weggefährten zählen u.a. Johnny Rotten (Gesang), Sid Vicious (Bass), Malcolm McLaren (Manager), Vivienne Westwood (Designerin) und Jamie Reid (Grafiker). Seit 2009 wurde das musikalische Magazin der Sex Pistols nicht mehr nachgeladen – für das Urgestein des Anarcho-Rocks hat es sich wohl endgültig ausgePUNKt.

8. Bad Religion – Punk Rock Song

Wer Punk bislang für puren Krawall unmusikalischer Nihilisten gehalten hat, sollte sich zwecks Korrektur unbedingt ein paar Songs der US-Politpunker Bad Religion gönnen. Die bissigen, sozialkritischen Texte der L.A.-Band haben es in sich: verpackt in melodischen Punk-Riffs werden gesellschaftliche Oberflächlichkeiten, Umweltverschmutzung und zunehmender Hass angeprangert. Sorge um die Zukunft und Denkanstöße geben – klingt eindeutig nicht nach krawalligen Nihilisten!

7. Sid Vicious – My Way

Ein Leben auf der Überholspur: Schnell, selbstzerstörerisch und mit tragischem Ende. Sid Vicious wurde 1977 als Mitglied der Sex Pistols bekannt. Der gelernte Schlagzeuger spielte in der Kult-Punk-Band den Bass, den er allerdings nie wirklich beherrschte. Vicious galt unter seinen Band-Kollegen als durchgeknallt und humorvoll. Das änderte sich schlagartig, als Sid eine Beziehung mit einem drogensüchtigen Groupie einging und selbst abhängig wurde. Im Oktober 1978 wurden beide in einem New Yorker Hotelzimmer aufgefunden – Sid im Drogenrausch, seine Freundin lag erstochen im Badezimmer. Der Fall wurde nie geklärt – noch vor der Gerichtsverhandlung starb Sid Vicious am 2. Februar 1979 im Alter von nur 21 Jahren im selben Hotel an einer Überdosis.

6. Green Day – American Idiot

Die US-Band Green Day war noch nie um ein politisches Statement verlegen. Die Punk-Rocker um Sänger Billie Joe Armstrong vertreten in ihren Songs klare linke Positionen. In der Schusslinie steht dabei vor allem die Politik der konservativen Republikaner und ihre letzten beiden Präsidenten George W. Bush und Donald Trump. Als Mitte Juni der Oberste Gerichtshof das fast 50 Jahre alte nationale Recht auf Abtreibung faktisch aufhob, kündigte der Green Day-Frontmann drastische persönliche Konsequenzen an. Während eines Konzerts in London rief er seinen Fans zu: ”Ich verzichte auf meine Staatsbürgerschaft und komme hier her!”. Sein Land sei “erbärmlich” und es gebe dort “einfach zu viel Dummheit”. Wir sagen: Welcome to Europe, Billie!

5. The Pogues & Kristy MacColl – Fairytale of New York

Anfang der 80er Jahre kam die Londoner Band The Pogues auf die geniale Idee, zwei ihrer liebsten Musik-Stile zu einem Sub-Genre zu vereinen – und begründeten so den Irish-Folk-Punk. Der Mix aus irischen Volksliedern, Punk-Elementen und poetisch-derben Texten fand schnell eine regionale Fangemeinde. Internationale Aufmerksamkeit erlangten The Pogues 1984 als Vorgruppe von The Clash. 2014 trennte sich die Band endgültig. In Großbritannien sind die Folk-Punker aber bis heute präsent: Fairytale of New York gehört zur Weihnachtszeit in vielen bürgerlichen Familien zur traditionellen Festtags-Playlist – und das kann sich nun wirklich keine andere Punk-Band auf ihre Fahnen schreiben!

4. Die Ärzte – Ich, am Strand

Eingefleischte Punk-Fans werfen den Ärzten immer wieder vor, sie hätten den Anarcho-Pfad verlassen und seien zu einer kommerziellen Mainstream-Band mutiert. So what?! Wir freuen uns einfach, dass Die Ärzte auch nach 40 Jahren Band-Geschichte mit frischen, geistreichen und humorvollen Songs überraschen und begeistern. Absurde Texte und gezielt eingesetzte Tabubrüche lassen dabei ihre musikalische Herkunft immer wieder aufblitzen. Klar, das reicht nicht für lupenreinen Hardcore-Punk – macht aber trotzdem saumäßig Laune!

3. The Offspring – Pretty Fly (For a white Guy)

Give it to me, Baby!!!!

2. Ramones – Pet Sematary

Ein Grundgedanke des Punk ist es, dass sich jeder -wirklich jeder- musikalisch ausdrücken kann. Kein Talent – egal. Du spielst kein Instrument – wen stört´s? Die Texte ergeben überhaupt keinen Sinn – super! Hauptsache: Du brüllst Ängste, Zorn und Emotion in die Welt hinaus. Kurz gesagt: Punk war in den 70ern der Gegenentwurf zum melodischen Progressive Rock á la Pink Floyd, dem schnieken Glam-Rock von David Bowie oder dem virtuosen Art-Rock, den Genesis meisterlich zelebrierte. Die Ramones wollten anders sein – simpel, lustig und so weit weg vom Mainstream wie es nur irgendwie geht. Die vier Gründungs-Mitglieder werden sich jetzt sicherlich im Grabe umdrehen: Der letzte Vorsatz ist leider nicht aufgegangen. Denn die Punk-Dinos gehören zu den erfolgreichsten, bekanntesten und beliebtesten Urvätern der rebellischen Gegenkultur. Heute laufen sogar brave Teenager-Mädchen (unwissend?) mit Ramones-T-Shirts durch unsere Innenstädte. Unglaublich! Wer hätte das vor 45 Jahren ahnen können? Egal – Scheitern und Punk sind enge Verwandte.

1. The Clash – Rock the Casbah

Wir machen´s kurz: Rebellische Attitüde, intelligente Texte, geile Musik! The Clash ist Punk at it´s best!!!

…und heute mal im Pogo-Schritt zum Strand!!!