Strandsoundtrack Vol. 3 - Deutsche Musikperlen JUST SYLT
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Strandsoundtrack Vol. 3 – Deutsche Musik-Perlen

Der Sylter Strand ist beliebt. Hier versammeln sich Jahr für Jahr Menschen aus fast allen Ländern der Erde. Das Tolle ist: alle sind willkommen. Denn dem Wind ist es wurscht, wo Du herkommst, die Sonne scheint hier für alle gleich und der Gischt ist’s egal, welche Sprache Du sprichst. Und erlaubt ist, was gefällt. Wer seinen perfekten Strand-Soundtrack also lieber mit heimischen Texten genießen möchte -damit auch wirklich jedes sinnvolle Wortspiel erkannt wird-, findet in dieser Woche passende Vorschläge aus der JUST SYLT-Redaktion. Viel Spaß beim Wieder- und Neu-Entdecken!

10. BAP – Diss Nach ess alles drin

Wer kein Kind des Rheinlands ist und einen Song von BAP zum ersten Mal hört, wird sich spätestens nach den ersten Textzeilen unweigerlich fragen: Ist das wirklich ein deutschsprachiges Lied? Oh ja, dat es sujar Kölsch, Kappeskopp! Seit 1976 beschallt die Band um Frontmann Wolfgang Niedecken die Republik mit handgemachten Mundart-Rock. Ihre oftmals politischen Song-Texte werden in jedem CD-Booklet deshalb auch mit hochdeutscher Übersetzung mitgeliefert – und wer die gerade nicht zur Hand hat, lässt sich einfach vom unverwechselbaren BAP-Sound mitreißen! Met schönem Jrooß!

9. Spliff – Sirius

Mit ihren markanten Gitarren-Riffs und ausgefallenen Arrangements verhalfen sie ihrer Frontfrau zum internationalen Durchbruch. Doch der Name Nina Hagen Band machte nach dem Fortgang der Sängerin tatsächlich überhaupt keinen Sinn mehr – und so nannten sich Reinhold Heil, Bernhard Potschka, Manfred Praeker und Herwig Mitteregger ab 1980 kurzerhand Spliff. Ihr Sound blieb unverwechselbar, ihre Texte waren mit Wort-Spielereien prall gefüllt und der Mix aus Rock-, Funk- und Elektro-Elementen traf genau den Zeitgeist der Neuen Deutschen Welle. 1985 hat es sich dann endgültig ausgesplifft – Hits wie Das Blech, Herzlichen Glückwunsch oder Deja Vu sind bis heute ziemlich gut gealtert und gehören zum Besten, was uns diese Musik-Epoche hinterlassen hat.

8. Ich&Ich – Stark

Was kommt dabei heraus, wenn die wohl produktivste Sängerin und Produzentin der 80er und 90er Jahre und ein ehemaliges Boyband-Mitglied mit Gold in der Kehle musikalisch gemeinsame Wege gehen? Klare Antwort: Das erfolgreichste deutschsprachige Pop-Rock-Duo der letzten 20 Jahre! Als Annette Humpe (Ideal, Udo Lindenberg, Rio Reiser, Nena, Die Prinzen, Lucilectric) und Adel Tawil (The Boyz) sich 2002 in einem Berliner Tonstudio über den Weg liefen, war es diese Art Zufallsbegegnung, die man rückblickend nur als Glücksmoment bezeichnen kann. Bis heute wurden rund drei Millionen Tonträger ihrer Songs verkauft, die letzten beiden Ich&Ich-Alben landeten direkt auf Platz eins der deutschen Charts.

7. Echt – Junimond

Als die Jungs von Echt im Jahr 2000 einen echten Deutschrock-Klassiker für ihre neue Single covern wollten, war die Skepsis unter den Musik-Fans riesig: Ist der Kult-Hit Junimond von Musik-Legende Rio Reiser vielleicht doch eine Nummer zu groß für die ehemalige Schülerband? Nein, ganz im Gegenteil: Die Flensburger Combo traf mit ihrer Version buchstäblich genau den richtigen Ton, respektierte das Original und verpasste ihm dennoch eine eigene, ganz persönliche Handschrift. Kurzum: Die wohl beste Adaption des vielfach kopierten Reiser-Songs – in Echt!

6. Herbert Grönemeyer – Land unter

Herbert Arthur Wiglev Clamor Grönemeyer (unter Fans kurz Herbie genannt) ist ein Phänomen: Mit seiner markant geknödelten Stimme gehört der heute 66jährige ganz sicher nicht zu den besten Sangeskünstlern unter der Sonne – und doch ist er mit über 18 Millionen verkauften Tonträgern der kommerziell erfolgreichste zeitgenössische Musiker Deutschlands. Sein unverwechselbarer Zauber liegt in den Kompositionen und vor allem in seinen Texten, die so ehrlich, schlau und einfühlsam sind, dass sich Millionen Fans ohne Umwege in ihnen  wiedererkennen. “Ich will bewirken, dass die Menschen mehr in Frage stellen”, sagte er einmal in einem Interview. Etwas bewegen – so handeln große Künstler!

5. Juli – Dieses Leben

Alle Songs der Gießener Band Juli scheinen unter einem festen Motto zu stehen: Good Vibes! Und so nimmt die Gruppe um Frontfrau Eva Briegel seit 2001 die Rolle einer Art Gegenentwurf zu den aggressiven und düsteren Texten der deutschen Gangsta-Rap-Szene ein. Optimismus, Lebensfreude und das Streben nach Glück sind dabei häufige Themen ihrer positiven Texte. Und mit ihrem Sound hat Juli ganz nebenbei einen eigenen Musik-Stil kreiert: Den Alternativ-Pop. Gut so, denn Hits wie Die perfekte Welle, Elektrisches Gefühl und Dieses Leben bescheren uns immer ne Geile Zeit!

4. Seeed – Ding

Auf Jamaika bringen mobile Diskotheken (genannt: Sound System) den Reggae in die entlegensten Winkel der Insel. In Deutschland übernimmt die Berliner Multikulti-Band Seeed seit 1998 genau diesen Grundgedanken: als selbsternanntes “mobiles Reggae-Sondereinsatzkommando” beschallen die elf (!) Musiker die Republik mit ihrem handgemachtem Dancehall-, Hip-Hop-, Ska- und Reggae-Sound. Bekanntestes Seeed-Mitglied ist Peter Fox, der mit seinem bislang einzigen Solo-Album Stadtaffe 2008 direkt auf Platz Eins der deutschen Charts landete. Den schmerzlichsten Verlust musste Seeed im Mai 2018 hinnehmen: Sänger Demba Nabé starb mit nur 46 Jahren – Rest in Peace, Ear!

3. Wolfsheim – Kein zurück

Die Musik von Wolfsheim zu beschreiben, könnte schnell ganze Seiten füllen – so vielschichtig sind die Arrangements von Markus Reinhardt, so inhaltsstark sind die Texte von Peter Heppner. Wir versuchen es einmal auf den Punkt zu bringen: Weltschmerz in Harmonie. Die Wolfsheim Songs besitzen eine Größe, die man in der deutschen Musik-Szene nur sehr selten findet. 2005 – auf dem Höhepunkt ihres Erfolges – trennte sich das Dark-Wave-Duo. Wir warten sehnsüchtig auf eine Reunion!

2. Deichkind – Denken Sie groß

Man nehme: Hip-Hop- und Electro-Punk-Elemente, humorvoll schlaue Texte und ein künstlerisch kreatives Gesamtkonzept. Im besten Fall kommt eine musikalische Achterbahnfahrt voller durchgeknallter Ideen dabei heraus. Musik-Fans sagen dann kurz: Deichkind! Seit rund 25 Jahren machen die drei Jungs aus Hamburg-Bergedorf einfach nur Laune. Wortwitz trifft auf fette Beats – gerne mehr davon!

1. Die Ärzte – Westerland

Na ja, Ihr habt es Euch wahrscheinlich schon gedacht: Natürlich ist die heimliche Westerländer Nationalhymne bei jedem Strandspaziergang unsere unangefochtene Nummer Eins!

Das war’s für diese Woche – bis gleich am Strand!