Kino-Crasher 4 - Das letzte Kapitel
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Dünenkino: Kino-Crasher 4 – Das letzte Kapitel

Achtung: Satire!!!

Welche schrägen Vögel würfelt uns das Schicksal in dieser Woche in die Kino-Sitzreihen? Denn hier lauern sie: Spätestens während der Trailer-Show entscheidet sich der Verlauf der nächsten zwei Stunden. Wird es ein vergnügliches Kintopp-Feuerwerk – oder werden wir für die komplette Filmlänge in quälende Geiselhaft genommen? Der Countdown läuft, der Vorhang öffnet sich. Bühne frei für die schlimmste Sorte Kino-Besuchern: Die Kino-Crasher!

9. Die Pennäler-Blase

Der Film läuft schon eine halbe Stunde – und dieser Typ vor uns ist schon viermal auf´s Kino-WC gerannt. Viermal aufgestanden, viermal die Leinwand zum Schatten-Spiel gemacht und hat sich viermal quälend langsam durch die voll besetzte Sitz-Reihe gestolpert. Dreimal wieder zurück. Das nervt! Da – er kommt zurück. Zum vierten Mal. Aber jetzt hat er sich aus der Lobby was mitgebracht: Einen Halb-Liter-Getränke-Becher mit Deckel. Klar, die Blase verlangt nach Nachschub. Und wieder tänzel, tänzel, tänzel – zurück zum Platz. Und schon startet das Gratis-Konzert. Er singt nicht, unsere kleine Pennäler-Blase. Nein – er spielt eine Schlürf-Ouvertüre auf dem Strohhalm. Gefolgt von dem Eiswürfel-Wasser-Sauger als Endlos-Schleife. Man muss kein Prophet sein, um zu erraten, was in den nächsten Minuten passieren wird. Und richtig: unser Musikus erhebt sich nach exakt sechs Minuten aus seinem Sitz. Wer verpinkelt denn einen kompletten Kino-Film durch? Arge Unsitte, das!

10. Der Füße-Hochleger

Hirn aus, Füße hoch! Warum benehmen sich manche Kino-Gänger so, als ob sie zuhause wären? Oder wie Freigänger aus einem Heim für ignorante Benimm-Legastheniker? Reinkommen, hinfläzen und rauf mit den Schweine-Füßchen auf die vordere Rückenlehne. Euer Füße-Hochleger hat dabei noch die Latschen an? Herzlichen Glückwunsch! Denn es geht immer noch grausamer – ohne Schuh´ und ohne Strümpf´! Klar, die durchgesifften Mauken muss man nach dem Sprint vom Parkhaus in den Kino-Tempel erstmal richtig atmen lassen – der Entspannung wegen. Und das zehn Zentimeter vor dem Haupt-Wahrnehmungs-Zentrum entfernt – unserem Gesicht! Das gibt es wirklich nur im Kino. Warum nur, warum? Selbst in der Straßenbahn, in der Umkleide-Kabinen oder der Bahnhofs-Toilette wissen die Leute sich zumindest halbwegs zu benehmen.

SPECIAL 1: Kino-Benimm-Regeln – Anno 1912

Wer glaubt, dass Kino-Crasher nur ein Phänomen der Neuzeit sind, liegt so schief wie die behaarten Quadrat-Latschen eines Füße-Hochlegers. Bereits vor über 100 Jahren gab es sie: Ohrenbetäubende Lacher an völlig unlustigen Stellen, riesige Blick blockierende Hüte und not-geile Anmach-Vollidioten. Viele Kinos haben bereits ab 1912 dem immer weiter um sich greifenden Kino-Terrorismus den Kampf angesagt: In den Lichtspielhäusern hingen große Plakate mit Verhaltens-Regeln für vor, während und nach der Vorstellung. Wer hat die eigentlich abgeschafft?

SPECIAL 2: Das Alamo Drafthouse – So geht Anti-Terror-Kampf im Kino

Es gibt tatsächlich einen Ort, an dem rüpelhaftes Kino-Gesindel umgehend bestraft wird. Wer es im Alamo-Drafthouse-Cinema, in Austin / Texas, auch nur wagt, während der Vorstellung zuquatschen, sein Handy zu starten oder zu laut mit seinem Popcorn zu rascheln, fliegt achtkantig raus. Seit 1997 ist die Nachfrage für dieses Lichtspiel-Utopia bei rechtschaffenen Film-Fans so gewachsen, dass mittlerweile 30 weitere Alamo-Cinemas eröffnet haben. Allerdings nur in den USA. Man möchte heulen…!

Link zum Alamo Drafthouse: https://drafthouse.com